Die Geschlechtsbegründung
Ludwig Roman Fleischer
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Ludwig Roman Fleischer
Roman,
12,5 x 19,7, broschiert.
2001
166 Seiten
ISBN: 3-901960-06-6
Preis: 14,60 € / 22,- Sfr
12,5 x 19,7, broschiert.
2001
166 Seiten
ISBN: 3-901960-06-6
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Paul Anatol Advocaat – Krankenscheinarzt und Kleinbühnen-Dramatiker – erwacht im Spitalsbett, mit Rauchgasvergiftung und Brandwunden an den Händen. Hat er – betrunken im Requisitenraum unter der Bühne den Worten des eigenen Stückes lauschend – den Brand am Bretterhaus-Theater verschuldet? Ihn gar absichtlich gelegt, wie die Polizei vermutet? War es, weil sein Sohn, der im Stück des Vaters einen Schwulen gibt, tatsächlich einer ist und der Vater ein Mitglied des Ensembles dafür verantwortlich macht?
In vorgestellten Szenen und Dialogen spielt Advocaat die Geschichte seiner Familie durch: Selbst ein Findelkind, wollte er ein „Geschlecht begründen", hat aber als Vater versagt. Sein geliebter erster Sohn ist an der Liebe zugrundegegangen, sein ungeliebter zweiter ist homosexuell, Advocaats Ehe zerstört, weil er – um seine kreative Potenz besorgt – mit der Vaterrolle nicht zurechtkam und sich – um weiterem Kindersegen vorzubeugen – sterilisieren ließ. Hat er dem zweiten Sohn die Homosexualität auf den Leib geschrieben? Schreiben wir alle einander Rollen auf den Leib und agieren somit selber jeweils in den Stücken der Anderen? Was ist Theater, was Wirklichkeit?
Der Roman spielt mit den Vorstellungen, aus denen sich die sogenannte Realität ergibt, ohne unser Zutun, wie es scheint. Ein Roman über das Drama der Kreativität, das unvermeidliche Scheitern des Menschen in seiner Rolle als Verfasser des eigenen Existenz-Schauspiels.
Leseprobe
Ludwig Roman Fleischer
Geboren am 17. September 1952 in Wien, Matura 1971, danach Telephonist, Laborant, Chauffeur, Nachtwächter, Kinderbetreuer, Bankangestellter, Plakatkleber, Student der Anglistik und der Philosophie. 1979 bis 1982 Universitätsassistent für amerikanische Literatur in Wien, seit 1977 Lehrer. Nebenbei 1983 bis 1985 Amateurschauspieler bei der Gruppe Shake-Scene, Folkmusiker (1984 LP BAKADI, diverse Auftritte in Clubs und Cafes). Verheiratet, seit 1992 Vater eines Sohnes. Leitet seit 1996 eine Schreibwerkstatt an der Drogentherapiestation Mödling, Herausgabe zweier Anthologien der dabei entstandenen Patiententexte.
Ab 1986 Veröffentlichungen in Zeitschriften, Anthologien und im ORF, 1990 Ernst Willner-Preis beim Ingeborg Bachmann-Wettbewerb, 1991 Buchprämie des Bmin für Unterricht und Kunst, 1992 Übersetzerprämie des Bmin f. Unterricht und Kunst, 1997 Erzählerpreis des Ostdeutschen Kulturrates Köln, 2000 Dritter Platz beim Haidhausener Werkstattpreis München.
