»raus mit euch auf den profitstrich! ich bin der letzte, der euch aufhält.«
Ludwig Roman Fleischer
Roman.
broschiert, 20 x 13.
1999
210 Seiten
ISBN: 978-3-901960-00-0
Preis: 15,- €
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Globalisierung, Privatisierung, Effizienzsteigerung, Europareife: Die Wirtschaftsfachschule Mayerlingplatz rüstet zu ihrer Hundertjahrfeier. Selbstbejubelungsaktionen aller Art stehen auf dem Programm. Direktor, Musterlehrer, Inspektoratsinspektoren und die Multigschaftelhuber des Verbandes Christlicher Kaufleute scheuen vor keiner Eitel- und Lächerlichkeit zurück. Aber es gibt auch Schattengestalten, die am Glanz nicht teilhaben wollen oder können: den ausgebrannten Deutschlehrer, Kleinschriftsteller und Alkoholiker Terlaner, den schürzenjägernden Grüngewerkschafter und Vollwertmarxisten Specht, das magersüchtige Tschadormädchen Dürdane, den heimatsuchenden Restjugoslawen Rado und jene Unbekannten, die immer wieder den Unterrichts- und Jubelbetrieb per Bombenalarm lahmlegen. Unaufhaltsam treibt das hundertste Schuljahr auf den festlichen Höhepunkt zu, an dem unter dem Ehrenschutz eines pädophilen Kardinals, eines vergeßlichen Altpräsidenten und eines Thronfolgers a.D. eine Büste des franzisko-josephinischen Dichterschwülstlings, Lehrer-Frührentners und Anstaltsnamensgebers Ruprecht Mayerling enthüllt werden soll… Fleischers Roman ist eine Burleske mit tragischem Unterton. Hinter Bergen von Klamauk lauern Abgründe der Einsamkeit, der Sinnlosigkeit, der Angst und des existentiellen Ekels.
Leseprobe
Ludwig Roman Fleischer
Geboren am 17. September 1952 in Wien, Matura 1971, danach Telephonist, Laborant, Chauffeur, Nachtwächter, Kinderbetreuer, Bankangestellter, Plakatkleber, Student der Anglistik und der Philosophie. 1979 bis 1982 Universitätsassistent für amerikanische Literatur in Wien, seit 1977 Lehrer. Nebenbei 1983 bis 1985 Amateurschauspieler bei der Gruppe Shake-Scene, Folkmusiker (1984 LP BAKADI, diverse Auftritte in Clubs und Cafes). Verheiratet, seit 1992 Vater eines Sohnes. Leitet seit 1996 eine Schreibwerkstatt an der Drogentherapiestation Mödling, Herausgabe zweier Anthologien der dabei entstandenen Patiententexte.
Ab 1986 Veröffentlichungen in Zeitschriften, Anthologien und im ORF, 1990 Ernst Willner-Preis beim Ingeborg Bachmann-Wettbewerb, 1991 Buchprämie des Bmin für Unterricht und Kunst, 1992 Übersetzerprämie des Bmin f. Unterricht und Kunst, 1997 Erzählerpreis des Ostdeutschen Kulturrates Köln, 2000 Dritter Platz beim Haidhausener Werkstattpreis München.
