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Zurück zur Schule
Ludwig Roman Fleischer

Roman.

brosch., 13,5 x 20 cm.

2006
236 Seiten
ISBN: 3-901960-33-3
Preis: 15,- € / 22,50 Sfr

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Das Buch
Ludwig Roman Fleischer – in mehrfacher Hinsicht disziplinierter Lehrer und vielfacher Romanautor – ist auf sein satirisches Lieblingsobjekt zurückgekommen. In seinem neuen Roman ZURÜCK ZUR SCHULE, einer Fortsetzung des Undergroundbestsellers AUS DER SCHULE, hat die globalisierte Privatwirtschaftswunderwelt endlich für unklare Verhältnisse gesorgt. Die vollprivatisierte Europaanstalt Mayerlingplatz AG – nach einem spektakulären Bankrott von der Börse genommen, rückverstaatlicht, aber durch eine reformfreudige Regierung per Auslagerung und Holding-Einlagerung zwischengelagert, kämpft gegen ihre Endlagerung am Schuttabladeplatz der Zeit. Entbehrliche Lehrer werden in die Frühpension entsorgt, noch entbehrlichere aus derselben reaktiviert, gemäß einem nur der Regierung bekannten Systemgenerator.

Einer der wiedereingegliederten Ausgegliederten ist Markus Terlaner. In seiner dreijährigen Frühpensionsphase war er abstinent, kaum ist er zurück zur Schule, beginnt er wieder mehr zu trinken, als der Durst erfordern würde, was den Ertrag seines Unterrichtes entsprechend beeinflusst. Die Frühpension – ein Stück österreichischer Identität wie Opernball oder Mozartkugel - wird abgeschafft, aber krankheitshalber lehrunfähige Lehrer können ja am Wettbewerb um den Titel des „typischen Mayerlingers" teilnehmen und damit ihre Existenzsorgen mildern.

In Fleischers Satire, bei der einem das Lachen wiederholt im Hals stecken bleibt, geht es um Functionitis-befallene Vorzugslehrer, die im unterrichtsfreien Raum Karriere gemacht haben, dem Unterrichten aber beredt nachtrauern, um Laptop-geschädigte Schüler im Zustand der Hausverstandslähmung, um eine esoterische Unterrichtsministerin im Post-PISA-Studien-Blues, um Außenseiter, innere und äußere Emi- und Immigranten aller Art. Am Ende gründen „freigesetzte" Lehrer – um irgendeine Einkunftsquelle zu haben – eine Kabarettgruppe, in der sie „sich selber spielen".

Eine subversive, boshafte und gleich wieder zärtliche Hassliebeserklärung an jene Instanz, die wir alle – von links, von rechts oder geradeaus – durchwandern: die Schule.

Leseprobe


Ludwig Roman Fleischer

Geboren am 17. September 1952 in Wien, Matura 1971, danach Telephonist, Laborant, Chauffeur, Nachtwächter, Kinderbetreuer, Bankangestellter, Plakatkleber, Student der Anglistik und der Philosophie. 1979 bis 1982 Universitätsassistent für amerikanische Literatur in Wien, seit 1977 Lehrer. Nebenbei 1983 bis 1985 Amateurschauspieler bei der Gruppe Shake-Scene, Folkmusiker (1984 LP BAKADI, diverse Auftritte in Clubs und Cafes). Verheiratet, seit 1992 Vater eines Sohnes. Leitet seit 1996 eine Schreibwerkstatt an der Drogentherapiestation Mödling, Herausgabe zweier Anthologien der dabei entstandenen Patiententexte.


Ab 1986 Veröffentlichungen in Zeitschriften, Anthologien und im ORF, 1990 Ernst Willner-Preis beim Ingeborg Bachmann-Wettbewerb, 1991 Buchprämie des Bmin für Unterricht und Kunst, 1992 Übersetzerprämie des Bmin f. Unterricht und Kunst, 1997 Erzählerpreis des Ostdeutschen Kulturrates Köln, 2000 Dritter Platz beim Haidhausener Werkstattpreis München.