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Edam und Ava
Ludwig Roman Fleischer

Ein Schüttelepos nach John Milton.

12 x 19 cm

2004
48 Seiten
ISBN: 3-901960-24-4
Preis: 7,- € / 11,- Sfr

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Das Buch
Der Autor kultiviert in „Edam und Ava" die Kunst des Blödelns. Allerdings geht er sowohl bei der Wahl des Stoffs als auch bei seiner Technik weit über die Konventionen des Schüttelreims hinaus. Schon die schiere Quantität von fast 1000 Versen (beziehungsweise 500 Schüttelreimen) dürfte für das Guinness-Buch der Rekorde in Betracht kommen. Viel ungewöhnlicher ist, dass hier nicht die üblichen zwei- oder vierzeiligen Kalauer zum Einsatz kommen, sondern eine längere, zusammenhängende Geschichte erzählt wird. Der Autor bedient sich in „Edam und Ava" der archaischen Erzählform des Versepos, der Urform des Romans also. Der Stoff stammt aus dem Alten Testament, die Anregung von John Miltons Versepen Paradise Lost und Paradise Regained. Schöpfung, Sündenfall, Vertreibung aus dem Paradies, sowie Erlösung von der Erbsünde werden in höchst komischer Weise thematisiert, wobei der Autor es nicht beim bloßen Sprachunfug belässt, wie sich etwa an jener Passage zeigt, da der Erzengel Raphael zu Edam spricht:

Realität ist doch bloß Fiktion. Ich sing an dich
Das Schöpfungslob. Frag du nicht nach dem Ding an sich.


Immer wieder schiebt der Autor Kommentare über Wissenschaft, Kunst und das Problem des Freien Willens ein, die nur vordergründig komisch sind. Auch gelingen ihm zahlreiche Innovationen in der Schüttelreimtechnik, wenn zum Beispiel Luzifer Gott lästert:

Gott, zischte er, der Typ mit dem Apoll-Touch
Ist, wenn ihr mich fragt, doch ein eitel Tollpatsch.


Und über Edams Nöte als Single spottet Satan in der folgenden Weise:
Du schienst mir wieder, Sonne, aller Schönheit Norm, o helle,
frohlockte er, Edam, der hat beachtliche Probleme, hormonelle!


„Edam und Ava" ist wohl der bislang originellste Beitrag zur deutschen Schüttelreim-Literatur, weil er der Konvention dieser Form völlig neue Bereiche erschließt.


Ludwig Roman Fleischer

Geboren am 17. September 1952 in Wien, Matura 1971, danach Telephonist, Laborant, Chauffeur, Nachtwächter, Kinderbetreuer, Bankangestellter, Plakatkleber, Student der Anglistik und der Philosophie. 1979 bis 1982 Universitätsassistent für amerikanische Literatur in Wien, seit 1977 Lehrer. Nebenbei 1983 bis 1985 Amateurschauspieler bei der Gruppe Shake-Scene, Folkmusiker (1984 LP BAKADI, diverse Auftritte in Clubs und Cafes). Verheiratet, seit 1992 Vater eines Sohnes. Leitet seit 1996 eine Schreibwerkstatt an der Drogentherapiestation Mödling, Herausgabe zweier Anthologien der dabei entstandenen Patiententexte.


Ab 1986 Veröffentlichungen in Zeitschriften, Anthologien und im ORF, 1990 Ernst Willner-Preis beim Ingeborg Bachmann-Wettbewerb, 1991 Buchprämie des Bmin für Unterricht und Kunst, 1992 Übersetzerprämie des Bmin f. Unterricht und Kunst, 1997 Erzählerpreis des Ostdeutschen Kulturrates Köln, 2000 Dritter Platz beim Haidhausener Werkstattpreis München.