Georg Graber
geboren 1882 in Pörtschach, gestorben 1957 in Klagenfurt.
Er war nach dem Studium der Germanistik und Altphilologie Lehrer an Kärntner Gymnasien und an der Lehrerbildungsanstalt Klagenfurt sowie ab 1926 Kärntner Landesschulinspektor für Pflichtschulen.
In der Nazizeit war Graber Leiter der Abteilung »Kultur- und Gemeinschaftspflege« in der »Reichsstatthalterei Kärnten« und der Abteilung für Volkskunde an der Klagenfurter Niederlassung des »NS-Ahnenerbes« – einer Vereinigung, die wissenschaftliche Belege für historische Ansprüche Deutschlands auf eroberte Gebiete und für Germanisierungen deren Bevölkerungen liefern sollte; die Klagenfurter Zweigstelle war für Slowenien zuständig – und er erlebte in dieser Zeit auch seine größten akademischen Erfolge.
Nach 1945 war er wieder in der Schulaufsicht in Kärnten tätig.
Graber gilt oder galt vielen zumindest lange als der Begründer der wissenschaftlichen Volkskunde in Kärnten. Der Historiker Werner Koroschitz widersprach dem mit Hinweis auf Grabers stets vertretene Rassentheorien und darauf, dass er sich als Wissenschaftler allzu willfährig der NS-Politik zur Verfügung stellte.
Werke u. a.: Neben mehreren Ausgaben von Kärntner Sagen Herausgeber etlicher Kärntner Volksschauspiele und Verfasser einiger Monographien über historische Persönlichkeiten. Seine bekanntesten volkskundlichen Werke sind »Volksleben in Kärnten« und »Kärnten. Sitte und Brauch im Jahreslauf.«